Praxisbezug und Übernahmechancen laut IHK-Befragung wichtigster Zufriedenheitsfaktor bei Auszubildenden in ostdeutschen Bundesländern.

Die Auswertung der diesjährigen Befragung von 5314 Auszubildenden im 1. Ausbildungsjahr (2025/2026) der Industrie- und Handelskammern aus Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen gibt spannende Einblicke in die Sichtweisen und Lebenswelten junger Menschen in der Ausbildung.

Ausbildungswerkstatt © AdobeStock

Insgesamt 85 Prozent der Auszubildenden in IHK-Berufen würden die Ausbildung in ihrem Unternehmen weiterempfehlen. Besonders wichtig bleibt für junge Menschen der direkte Bezug zur Praxis: Rund 94 Prozent der Befragten gaben an, dass praktische Tätigkeiten und der unmittelbare Einstieg in den Berufsalltag wichtige Gründe für die Entscheidung für eine Ausbildung sind. „GenZ und Alpha begeistert man mit monetären Benefits und Freiheit ohne Grenzen? Die Umfrage zeigt mal wieder deutlich, was junge Leute wirklich für Erwartungen an ihren Ausbildungsbetrieb stellen: Vertrauen und Willkommenskultur, möglichst schnell ins Machen kommen, Teil des Teams werden dürfen und eine mittel- bis langfristige Zukunftsperspektive geboten bekommen“, so Ina Hänsel, Präsidentin der IHK Potsdam im Namen der Landesarbeitsgemeinschaft der drei Brandenburger IHKs.

Auf ihren Ausbildungsbetrieb wurden die meisten Jugendlichen weiterhin über ihr persönliches Umfeld aufmerksam (49 Prozent). Gleichzeitig gingen die Internetseiten der Betriebe als Informationsquelle im Vergleich zum Vorjahr um rund 9 Prozentpunkte zurück, während Onlinebörsen und schulische Angebote an Bedeutung gewannen. Praktika, Ferienarbeit und Betriebsbesuche spielten für 28 Prozent der Befragten eine wichtige Rolle.

Nicht Antritt einer Stelle durch schlechte Erreichbarkeit

Die Umfrageergebnisse verdeutlichen außerdem, dass Mobilität und die Erreichbarkeit von der Berufsschule sowie des Ausbildungsbetriebs weiterhin wichtige Themen in der Ausbildung sind. Mehr als ein Viertel der Jugendlichen benötigt zwischen 60 und 120 Minuten für den Weg zur Berufsschule. Gleichzeitig gaben 24 Prozent der Befragten an, bereits ein Ausbildungsangebot aufgrund zu großer Entfernung oder schlechter Verkehrsanbindung abgelehnt zu haben.

Künstliche Intelligenz ist Teil des Ausbildungsalltags

„Auffällig ist auch der offene Umgang mit KI-Anwendungen. Hier liegt noch in vielen Betrieben ungehobenes Potenzial. Chat-Bots als personalisierte Lernhilfe zum Beispiel sind eine große Hilfe bei der Vermittlung von neuen Inhalten und Prüfungsvorbereitungen. Die eingesparte Zeit können Ausbilder dann nutzen, ihre Azubis auf menschlicher Ebene besser zu unterstützen,“ so Präsidentin Ina Hänsel.

Künstliche Intelligenz (KI) ist inzwischen Teil des Ausbildungsalltags, wie die neu aufgenommenen Fragen der Umfrage zeigen. Rund 62 Prozent der Auszubildenden nutzen KI-Anwendungen in ihrer Freizeit, knapp 50 Prozent bereits in der Berufsschule, in der betrieblichen Ausbildung sind es 22 Prozent.
 

Die Landesarbeitsgemeinschaft (LAG) ist eine Kooperation der drei Industrie- und Handelskammern im Land Brandenburg. Sie vertritt die Interessen von etwa 160.000 Unternehmen aus Industrie, Handel und Dienstleistungen.

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Gute Übernahmechancen und Praxisbezug überzeugen Auszubildende