Kultur ist ein entscheidender Faktor für die Zukunft ländlicher Regionen. Forschende der BTU Cottbus-Senftenberg belegen erstmals umfassend, wie kulturelle Netzwerke gesellschaftliche Teilhabe fördern, regionale Entwicklung anstoßen und demokratischen Zusammenhalt stärken. Die Studie macht zugleich deutlich: Nachhaltige Wirkung entsteht nur dort, wo langfristiges Engagement auf verlässliche Förderstrukturen trifft.
Mit dem erfolgreichen Abschluss des Forschungsprojekts LANDKULTUREN: Teilhabe – Zukunft (LaKuTeZu) legt das Fachgebiet Stadtplanung der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg (BTU) unter der Leitung von Prof. Dr. Nina Gribat neue Erkenntnisse zur Bedeutung von Kultur in ländlichen Transformationsräumen vor. Die dreijährige, vom Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) geförderte Forschung im Landkreis Oder-Spree zeigt, dass Kulturakteure weit mehr leisten als kulturelle Angebote: Sie schaffen Begegnungsorte, fördern gesellschaftliche Teilhabe, aktivieren lokales Engagement und stärken die Widerstandsfähigkeit ihrer Regionen gegenüber gesellschaftlichen Veränderungen.
Die Untersuchung unterstreicht damit die gesellschaftliche Relevanz kultureller Infrastruktur. Gerade in ländlichen Räumen übernehmen Kulturakteure zunehmend Funktionen, die für den Zusammenhalt von Gemeinschaften und die Gestaltung regionaler Zukunftsperspektiven von zentraler Bedeutung sind. Zugleich identifiziert die Forschung einen entscheidenden Zielkonflikt: Vertrauen, Kooperationen und lokale Netzwerke entstehen über Jahre. Viele Förderprogramme sind jedoch auf kurze Projektlaufzeiten angelegt. Die Ergebnisse legen nahe, dass kulturelle Netzwerke ihr gesellschaftliches Potenzial nur dann dauerhaft entfalten können, wenn Förderstrukturen langfristige Entwicklung ermöglichen.
„Unsere Fallstudien zeigen zwei unterschiedliche, aber gleichermaßen wirkungsvolle Modelle kultureller Praxis im ländlichen Raum“, erklärt Prof. Dr. Nina Gribat, Leiterin des Fachgebiets Stadtplanung. „Ob temporäre Kulturangebote in Dörfern oder dauerhaft etablierte Kulturorte – entscheidend sind stabile Netzwerke, langfristige Perspektiven und eine enge Verankerung vor Ort. Erst dadurch kann Kultur gesellschaftliche Teilhabe stärken und zur nachhaltigen Entwicklung ländlicher Räume beitragen.“
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