Die Internationale Luft- und Raumfahrtausstellung (ILA) hat heute am Flughafen BER ihre Tore geöffnet. In den kommenden Tagen stehen aktuelle Entwicklungen im Sicherheits- und Verteidigungsbereich, der Weltraumtechnologien sowie die gesamte Bandbreite der Luftfahrt im Mittelpunkt. Am Wochenende ist die ILA auch für das private Publikum geöffnet. Zu Beginn der Leistungsschau nimmt Brandenburgs Ministerpräsident Dr. Dietmar Woidke gemeinsam mit dem Regierenden Bürgermeister von Berlin, Kai Wegner, am Eröffnungsrundgang des Bundeskanzlers Friedrich Merz teil. Neben dem Ministerpräsidenten werden weitere Vertreterinnen und Vertreter der Landesregierung vor Ort sein, um sich über Brandenburgs Beitrag zur internationalen Luft- und Raumfahrt zu informieren.
Woidke: „Die ILA gehört in unsere Hauptstadtregion. Das ist beim Rundgang mit dem Bundeskanzler und Berlins Regierendem Bürgermeister nochmals bekräftigt worden. Sie schreibt eine einzigartige Erfolgsgeschichte. Das Interesse der Bevölkerung an Luft- und Raumfahrt ist riesig. Gleiches gilt für die Bedeutung dieser Industrie als einer der wichtigsten Wirtschaftszweige unseres Landes. Die Luftfahrtindustrie steht für industrielle Wertschöpfung, globale Vernetzung, herausragende Innovation und gute Arbeitsplätze. Doch es gibt auch einen Wermutstropfen: Der Airbus A380 ist das größte Verkehrsflugzeug der Welt, es kann problemlos am BER starten und landen. Doch davon wird viel zu wenig Gebrauch gemacht. Fernflüge, von hier aus in die weite Welt, da ist noch Luft nach oben.“
Innenminister Dr. Jan Redmann informiert sich auf der ILA auf einem Rundgang am Freitag. Redmann: „Die ILA ist Leitmesse und Leistungsschau – und ein Gradmesser für die Innovationskraft der deutschen und der brandenburgischen Industrie. Gerade in Zeiten wachsender Bedrohungen und notwendiger Investitionen in unsere innere und äußere Sicherheit ist die ILA in Schönefeld der richtige Ort, um sich über innovative Ideen und Projekte zu informieren und auszutauschen. Unserer Landespolizei danke ich für ihren Einsatz zum Schutz der Aussteller sowie der Besucherinnen und Besuchern.“
Von der Bedeutung der Brandenburger Unternehmen für die Luftfahrtindustrie überzeugt sich Wirtschaftsministerin Martina Klement auf der ILA. Sie verwies auf die Chancen dieses Zukunftsmarktes. Klement: „Die Internationale Luftfahrtausstellung zeigt eindrucksvoll, wie eng wirtschaftliche Stärke, Entwicklungskraft und Sicherheit heute miteinander verbunden sind. Gerade die Sicherheits- und Verteidigungsindustrie bietet enormes Potenzial für Innovationen, neue Geschäftsmodelle und qualifizierte Beschäftigung. Brandenburg verfügt mit seiner starken Industrie, vielen innovativen Unternehmen, exzellenten Forschungseinrichtungen und seiner Nähe zu Berlin über beste Voraussetzungen, um von dieser Entwicklung zu profitieren und einen wichtigen Beitrag zur technologischen Souveränität Europas zu leisten.“
Brandenburgs Verkehrsminister Robert Crumbach fordert anlässlich der diesjährigen ILA, insbesondere den ostdeutschen Luftverkehrsstandort zu stärken. Crumbach: „Von unserem Flughafen BER aus werden weniger als zehn Langstreckenziele angeflogen. In Frankfurt am Main sind es mehr als 100, in München fast 60. Deutschlandweite Fairness sieht anders aus. Ich wünsche mir hier mehr Rückenwind für Ostdeutschland, und die ILA kann sicher helfen, diesen zu entfachen.“
Brandenburgs Wissenschaftsministerin Dr. Manja Schüle betont die Bedeutung von Wissenschaft und Forschung im Bereich der Luft- und Raumfahrt: „Das chesco-Projekt an der BTU ist Innovationslabor und Transformationsschmiede mitten in der Lausitz. Hier wird mit ambitionierter Forschung eine der größten Herausforderungen unserer Zeit angegangen: die Entwicklung klimaschonender Flugantriebe. Damit ist chesco ein Pull-Faktor für die gesamte Region. Es liefert in enger Abstimmung mit zahlreichen Partnern vor Ort und weit über die Region hinaus konkrete und relevante Antworten auf drängende Fragen. In Cottbus zeigt sich eindrucksvoll: Wer in Innovation investiert, investiert in Zukunft.“
Hintergrund: Das Center for Hybrid Electric Systems Cottbus, kurz chesco, ist ein großes Forschungs- und Innovationszentrum der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), das sich auf die Entwicklung und Erprobung von elektrischen und hybridelektrischen Antriebssystemen für die Zukunft der Mobilität spezialisiert hat.
Europäische Innovationspartnerschaft: BTU gestaltet Zukunft der klimaneutralen Luftfahrt mit
Die BTU stärkt ihre Rolle als europäische Gestalterin zentraler Zukunftstechnologien der klimaneutralen Luftfahrt. Mit ihrer Forschung zu hybrid-elektrischen Antrieben, Wasserstofftechnologien, Flugzeugsystemen und nachhaltiger Mobilität bringt die Universität ihre wissenschaftliche Expertise in eine neue europäische Innovationspartnerschaft ein.
Mit der Unterzeichnung eines Memorandums of Cooperation (MoC) zwischen dem Land Brandenburg, dem Freistaat Sachsen und dem europäischen Clean Aviation Joint Undertaking auf der Luftfahrtmesse ILA Berlin 2026 werden die in der Lausitz aufgebauten Forschungs- und Innovationsstrukturen künftig noch enger mit den europäischen Aktivitäten zur Entwicklung emissionsarmer Flugzeugtechnologien vernetzt.
BTU-Forschung als Motor der europäischen Luftfahrttransformation
Die BTU entwickelt und erprobt gemeinsam mit Partnern Technologien, die für die nächste Generation klimaneutraler Luftfahrzeuge entscheidend sind. Dazu zählen:
- hybrid-elektrische Regionalflugzeuge,
- wasserstoffbetriebene Luftfahrzeuge,
- ultra-effiziente Kurz- und Mittelstreckenflugzeuge,
- sowie innovative Flugzeugsysteme und Energiespeicherlösungen.
Diese Forschung bündelt die Universität insbesondere im Center for Hybrid Electric Systems Cottbus (chesco) sowie in den Projekten AERO-Lausitz, CircEcon, PtX Lab Lausitz, Smart Mobility Lab und dem Forschungsnetzwerk OST4Aviation.
Lausitz wird europäischer Innovationsstandort
Ziel der Zusammenarbeit ist es, regionale und europäische Kompetenzen zu bündeln und die Entwicklung nachhaltiger Flugzeugtechnologien zu beschleunigen. Gleichzeitig sollen die Wettbewerbsfähigkeit insbesondere kleiner und mittlerer Unternehmen gestärkt sowie neue Arbeitsplätze und Qualifizierungsmöglichkeiten in den Strukturwandelregionen geschaffen werden.
Die beteiligten Länder Brandenburg und Sachsen unterstützen den weiteren Ausbau der dafür notwendigen Forschungs- und Innovationsinfrastrukturen in der Lausitz und verankern die Region damit noch stärker in europäischen Forschungs- und Wertschöpfungsnetzwerken.
„Für die BTU ist diese Kooperation ein wichtiger Schritt, um die in den vergangenen Jahren aufgebauten Forschungsstrukturen noch stärker mit europäischen Innovationsprozessen zu verknüpfen. Die Zusammenarbeit eröffnet neue Möglichkeiten für gemeinsame Forschungs- und Entwicklungsprojekte und stärkt zugleich die Sichtbarkeit der Lausitz als international anerkannten Standort für nachhaltige Luftfahrttechnologien“, sagt Prof. Dr. Gesine Grande, Präsidentin der BTU Cottbus-Senftenberg.