Arbeitslosenquote steigt saisonbedingt auf 6,8 Prozent – Produzierendes Gewerbe weiter ohne Kraft
Im Januar waren in der Stadt Frankfurt (Oder), im Landkreis Märkisch-Oderland und im Landkreis Oder-Spree insgesamt 15.596 Menschen arbeitslos gemeldet. Das sind 814 mehr als im Dezember und 27 weniger als im Januar 2025. Die Arbeitslosenquote liegt bei 6,8 Prozent. Im Januar vorigen Jahres lag sie bei 6,9 Prozent.
Jochem Freyer, der Chef der Ostbrandenburger Arbeitsagenturen, ordnet die Entwicklung ein: „Der Anstieg der Arbeitslosigkeit ist im Vorjahresvergleich zum Stillstand gekommen. Für einen Aufschwung fehlt es der Wirtschaft jedoch weiter an Kraft. Der Dienstleistungssektor ist die Stütze des Arbeitsmarktes während das produzierende Gewerbe weiter Jobs verliert. Trotz vieler offener Stellen ist es für Jobsuchende mit Handicaps derzeit nicht leicht eine neue Stelle zu finden. Gesucht werden vorwiegend Fachkräfte und nicht jede Stelle passt für jeden – sei er auch noch so motiviert.“
Tino Kriegl, Leiter des kommunalen Jobcenters Oder-Spree: „Der Arbeitsmarkt im Landkreis Oder-Spree startet ausgeglichen ins Jahr 2026 – allerdings ohne großen Schwung. Die Arbeitslosenquote liegt derzeit bei 6,7 Prozent und damit leicht unter dem Januarwert des Vorjahres (6,8 Prozent). Im Bereich der Grundsicherung für Arbeitsuchende beträgt sie 4,2 Prozent – ebenfalls ein kleiner Rückgang gegenüber dem Januarwert 2025 (4,5 Prozent).
Bei den Bedarfsgemeinschaften und den erwerbsfähigen Leistungsberechtigten setzt sich der positive Trend fort: Mit 5.709 Bedarfsgemeinschaften bzw. 7.339 erwerbsfähigen Leistungsberechtigten liegen die Zahlen deutlich unter dem Vorjahresniveau – ein Minus von 6,7 und 6,5 Prozent.
Eine der wichtigsten Aufgaben bleibt, Menschen mit längerer Arbeitslosigkeit oder dauerhaftem Leistungsbezug wieder in Beschäftigung zu bringen. Dabei setzen wir auf passgenaue Beratung, gezielte Qualifizierung und eine enge Zusammenarbeit mit Unternehmen in der Region.
Doch unser Fokus reicht über die berufliche Integration hinaus. Soziale Teilhabe – also die Möglichkeit, aktiv am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen, ob durch Arbeit, Engagement oder soziale Kontakte – ist uns im kommunalen Jobcenter Oder-Spree ein besonderes Anliegen.
Für 2026 erwarten wir insgesamt eine verlässliche, moderat positive Entwicklung des Arbeitsmarktes. Unser Ziel: die Potenziale der Menschen weiter stärken, neue Beschäftigungschancen schaffen und soziale Teilhabe fördern.“
Marco Schulz, Geschäftsführer Jobcenter Märkisch-Oderland: „Auch mit Beginn des neuen Jahres suchen viele Arbeitgeber mit mehr als 900 offenen Stellen weiterhin dringend nach Arbeits- und Ausbildungskräften. Um Unternehmen mit unseren Kundinnen und Kunden direkt zusammenzubringen, wird das Jobcenter gemeinsam mit der Agentur für Arbeit in 2026 u.a. mehrere regionale Veranstaltungen vor Ort durchführen. Eine größere Veranstaltung findet am 26.03.26 statt: Um den Unternehmen einerseits gut ausgebildetes und qualifiziertes Personal vorschlagen zu können, führen wir eine Bildungsmesse im Jobcenter Strausberg durch. Verschiedene Träger beruflicher Weiterbildung und Qualifizierung werden sich und ihre Angebote vorstellen, passend zu den Anforderungen des Arbeitsmarktes. Vor Ort können diese Anforderungen und Inhalte einer Weiterbildung besprochen werden und wenn eine Weiterbildung zu den persönlichen Voraussetzungen passt, sind Vermittlungsfachkräfte vor Ort, um einen entsprechenden Bildungsgutschein auszugeben. Weitergehende Informationen erhalten Interessierte bei ihren Ansprechpartnern im Jobcenter und der Agentur für Arbeit und wie gewohnt auf unserer Homepage oder in der APP.“
Stefanie Dörfel, Geschäftsführerin Jobcenter Frankfurt (Oder): „Themen der Digitalisierung nehmen in der Ausbildungs- und Arbeitswelt neben der Fachqualifizierung einen immer größeren Stellenwert ein. Ein souveränes Umgehen mit Technik und Anwendersoftware gehört schon jetzt zu den notwendigen Fähigkeiten und Fertigkeiten. In vielen Branchen wird erwartet, dass die Arbeit am Computer reibungslos gelingt. Sich darauf vorzubereiten und schon jetzt gut aufzustellen, ist eine gemeinsame Herausforderung. Die Mitarbeitenden des Jobcenters beraten dazu gern und auch welche Möglichkeiten der Erlangung dieser Kenntnisse und Fertigkeiten es gibt. Hierfür können persönliche Termine oder Termine für eine Telefon- oder Videoberatung über unsere Online-Terminierung gebucht werden.“
